Schwerer Nachmittag in Zeitz – Kickers Süd II unterliegen mit 0:5

18. Oktober 2026

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18. Oktober 2026

Ganz nah dran: Grün-Weiß fordert den Tabellenführer bis zur letzten Minute

18. Oktober 2026

Ganz nah dran: Grün-Weiß fordert den Tabellenführer bis zur letzten Minute

SpG SV Löbichau – SG Grün-Weiß Döschwitz 4:3 (2:0)

Mit gemischten Gefühlen ging es für die Frauen der SG Grün-Weiß Döschwitz am Sonntag zum bislang ungeschlagenen Tabellenführer nach Löbichau. Zwar haben sich die Grün-Weißen in der Vergangenheit durchaus einen kleinen Ruf als „Tabellenführer-Schreck“ erarbeitet, die vergangenen Wochen waren jedoch vor allem durch Verletzungen und personelle Engpässe geprägt.

Umso erfreulicher war bereits vor dem Anpfiff eine Nachricht: Zehn Spielerinnen standen zur Verfügung. Einige Rückkehrerinnen und Wiedergenesene waren wieder dabei – allein das war nach den schwierigen vergangenen Wochen ein wichtiges Zeichen.

Und die Mannschaft zeigte vom ersten Moment an, dass sie nicht nach Löbichau gekommen war, um sich lediglich möglichst achtbar aus der Affäre zu ziehen.

Die ersten Minuten gehörten tatsächlich Grün-Weiß. Gleich drei gute Möglichkeiten erspielten sich die Döschwitzerinnen. Unter anderem versuchten es Juliane Zinecker und Schümann aus der Distanz, einmal musste die Löbichauer Torhüterin entscheidend eingreifen.

Ein mutiger und richtig guter Beginn.

Umso bitterer, dass praktisch die erste kalte Dusche nicht lange auf sich warten ließ.

Guter Start – und trotzdem früh im Rückstand

Nach einer Ecke in der 3. Minute konnte Grün-Weiß den Ball zunächst noch unmittelbar vor der Torlinie klären. Die Situation blieb jedoch gefährlich und schließlich war es Josie Fischer, die Löbichau mit 1:0 in Führung brachte.

Ein denkbar ungünstiger Start nach den eigenen guten Möglichkeiten.

Doch bemerkenswert war die Reaktion. Döschwitz ließ sich vom frühen Gegentreffer kaum beeindrucken. Die Mannschaft blieb konzentriert, suchte weiter den Weg nach vorn und versuchte immer wieder, eigene Situationen herauszuspielen.

Über weite Strecken gelang es zudem, den Tabellenführer vom eigenen Tor fernzuhalten.

Dass es trotzdem mit einem Zwei-Tore-Rückstand in die Pause ging, passte ein wenig zu diesem Nachmittag. In der 30. Minute flog ein langer, hoher Ball in Richtung Döschwitzer Tor. Beim Versuch zu klären rutschte der Ball Kathleen Eichhorn unglücklich über den Kopf und landete zum 2:0 im eigenen Netz.

Ein Gegentreffer, wie er unglücklicher kaum fallen kann.

So stand zur Halbzeit ein 0:2 auf der Anzeigetafel, das wenig darüber aussagte, wie ordentlich Grün-Weiß bis dahin beim Tabellenführer aufgetreten war.

Mit neuem Mut aus der Kabine

Zur zweiten Hälfte wurde etwas umgestellt – und die Wirkung war sofort zu sehen.

Döschwitz kam mit viel Energie aus der Pause, setzte Löbichau früh unter Druck und erspielte sich bereits vor dem ersten Treffer gute Situationen.

In der 46. Minute folgte die Belohnung: Alina Müller verkürzte auf 2:1.

Jetzt war die Partie endgültig wieder offen.

Grün-Weiß glaubte an die eigene Chance und wurde zunehmend mutiger. Was sich bereits vor dem Anschlusstreffer angedeutet hatte, setzte sich fort. Die Mannschaft arbeitete gemeinsam, gewann wichtige Bälle und brachte den Tabellenführer immer wieder in Situationen, die diesem sichtbar unangenehm waren.

In der 60. Minute folgte schließlich einer der schönsten Momente des Spiels.

Juliane Zinecker nahm sich aus rund 30 Metern ein Herz und zog ab. Der Ball flog Richtung Tor, die Löbichauer Torhüterin verschätzte sich etwas – und plötzlich stand es 2:2.

Nach einem 0:2 beim ungeschlagenen Tabellenführer war Grün-Weiß zurück.

Und zu diesem Zeitpunkt keineswegs unverdient.

Ausgleich – Wiederanstoß – erneuter Rückstand

Doch die Freude hielt kaum länger als einen Augenblick.

Praktisch direkt nach dem Wiederanstoß schlug Löbichau zurück. Erneut war es Josie Fischer, die in der 61. Minute das 3:2 erzielte.

Ein bitterer Moment für die Döschwitzerinnen, die gerade erst mit viel Aufwand und Leidenschaft den Ausgleich geschafft hatten.

Als Fischer in der 71. Minute mit ihrem dritten Treffer auch noch auf 4:2 erhöhte, schien die Begegnung entschieden.

Aber diese Mannschaft war an diesem Nachmittag noch nicht fertig.

Gerade einmal eine Minute später antwortete Grün-Weiß erneut. Livia Gottschild traf in der 72. Minute zum 4:3 – und damit begann eine Schlussphase, in der der Tabellenführer noch einmal alles andere als sicher sein konnte.

Die letzten Minuten gehören Grün-Weiß

Döschwitz warf noch einmal alles nach vorn.

Und die Möglichkeiten zum Ausgleich waren tatsächlich da.

Juliane Zinecker tauchte noch einmal allein vor dem Tor auf, ebenso Alina Müller. Weitere gute Situationen folgten. Trotz des kräftezehrenden Spiels gehörten die letzten Minuten den Gästen.

Was fehlte, war einzig der letzte erfolgreiche Abschluss.

Der Ball wollte nicht mehr über die Linie.

So blieb es nach einer intensiven und am Ende richtig spannenden Partie beim 4:3 für die SpG SV Löbichau.

Eine Niederlage, die trotzdem Mut macht

Natürlich gibt es auch für eine starke Leistung keine Punkte. Und natürlich fährt man nach einem 3:4 nicht zufrieden nach Hause, wenn in den letzten Minuten sogar noch die Möglichkeiten zum Ausgleich vorhanden waren.

Trotzdem dürfte dieses Spiel für Grün-Weiß deutlich mehr gewesen sein als nur eine weitere Partie in der Tabelle.

Nach Wochen, in denen Verletzungen und personelle Probleme immer wieder das Bild bestimmten, zeigte die Mannschaft beim ungeschlagenen Tabellenführer, was möglich ist, wenn wieder mehr Spielerinnen zur Verfügung stehen.

Nach einem 0:2 zurückzukommen, den Ausgleich zu erzielen, nach dem erneuten Rückschlag beim 2:4 wieder aufzustehen und anschließend bis zur letzten Minute auf das 4:4 zu drücken, spricht für die Moral dieser Mannschaft.

Vor allem aber war es eine spielerisch und kämpferisch überzeugende Vorstellung, auf der sich aufbauen lässt.

Am Ende fehlen vielleicht ein wenig Glück und die letzte Konsequenz vor dem Tor. Die Punkte bleiben deshalb in Löbichau.

Das Gefühl, auch mit der derzeit besten Mannschaft der Liga mithalten zu können, nehmen die Grün-Weißen aber mit nach Döschwitz.

Und vielleicht ist genau diese Erkenntnis für die kommenden Wochen mindestens genauso wichtig.

Tore:
1:0 Josie Fischer (3.)
2:0 Kathleen Eichhorn (30./Eigentor)
2:1 Alina Müller (46.)
2:2 Juliane Zinecker (60.)
3:2 Josie Fischer (61.)
4:2 Josie Fischer (71.)
4:3 Livia Gottschild (72.)